Providerwechsel vollzogen.

Wenn man Onlinemarken geschaffen hat, die sich etabliert haben, muss man sich an das Thema „Providerwechsel“ behutsam herantasten. In meinen ersten Jahren – die Zeit zwischen 1996 und 1999 – war es nicht einfach, Hostingpartner zu wählen, die man bewusst als zuverlässig bezeichnen konnte. Nicht, dass die Unternehmen nicht durchaus zuverlässig waren, nein, das Problem war die Neue des Markes und die dadurch fehlende Reputation.

Begonnen habe ich mit einem lokalen Anbieter, um jederzeit alles im Zugriff zu haben. Mit wachsenden Anforderungen blieb der Wechsel und damaligen Platzhirschen nicht aus. Ein Unternehmen, dass auch heute noch plakativ wirbt, hat es im Jahr 2000 geschafft, trotz zugesicherter Backups, über Monate keine angefertigt zu haben. Als im Herbst der Super-GAU stattfand, waren die Gesichter lang. Man lernt.

Im Jahr 2000 zog ich mit unzähligen Telefonaten, Faxen und E-Mails innerhalb von einer Woche (ein viel zu langer Zeitraum, an dem der ehemalige, oben erwähnte Hoster nicht unschuldig war) alle laufenden Domains und zugehörigen Projekte zu zwei neuen Provider um und setzte fortan auf eigene Server.

Wachsende Zugriffszahlen sorgten in der Folge für eine neue logistische Aufstellung und dem Wechsel zu Host Europe.

Die Betreuung bei Host Europe war vorzüglich. In der Zeit ab 2011 kam es jedoch zu häufigen Unstimmigkeiten und Problemen, technischer Natur, die im April 2012 darin gipfelten, dass eine Sicherheitslücke seitens des Anbieters dafür sorgte, dass alle gehosteten PHP-Skripte nicht mehr ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Die Zugriffsausfälle sind fast zu verschmerzen, in den Monaten zuvor blieb ohnehin häufig wegen „Wartungsarbeiten“ der Bildschirm weiß. Dramatischer war der Umstand, dass alle aufgerufenen PHP-Skripte im Klartext dargestellt wurden, was dafür sorgte, dass Datenbankdaten, Datenbankzugriffsdaten, E-Mail-Zugriffsdaten und Pfade öffentlich einzusehen waren.

Eine säuberliche Durchforstung aller Logfiles, die Änderung aller relevanten Daten und Anpassungen in allen gehosteten Scripten hätte – neben der normalen, täglichen Arbeit, Wochen benötigt. Ich ging den Weg des geringeren Widerstandes und bohrte meinen, seit dem Jahr 2000 ebenfalls bestehenden, Vertrag bei domainFactory auf, und zog am vergangenen Wochenende alle laufenden Projekte in die dortige Infrastruktur um. Der damit verbundene Wechsel aller Zugangsdaten, IPs und Pfaden ist der positivste Effekt.

Weiterhin muss ich sagen, auch technisch ist es fast ein Quantensprung. Eigene Server sind längst wieder abgeschafft, die Hostingsangebote sind heutzutage ideal. Der Wechsel zu domainFactory öffnete mir die Augen, wieviel Stillstand Host Europe in den letzten Jahren produziert hat. Ich zahle jetzt weniger, bin aber dazu in der Lage, endlich domainunabhängige Statistiken direkt vom Provider zu bekommen (bei Host Europe wird dies seit Jahren versprochen und nie umgesetzt). Ich kann jetzt direkten – domainunabhängigen Einfluss auf die einzusetzende PHP-Version nehmen (4.4.9 stable, 5.2.13 stable, 5.2.17 latest und selbstverständlich alle relevanten PHP 5.3-Branches in der Form von 5.3.10 (latest), 5.3.6 (legacy) und 5.3.8 (stable).

Der Wechsel der PHP-Versionen ist je Domain binnen Sekunden möglich, genau wie Möglichkeit, individuelle PHP.ini-Dateien zu nutzen. Passend zum Angebot verschiedener PHP-Versionen ist es natürlich auch möglich, verschiedene MySQL-Versionen zu nutzen: 3.23.58, 4.1.22 sowie 5.1.60. Ein Traum für jeden Entwickler, der auch in Liveumgebung arbeiten möchte und nicht nur lokal verschiedene Spielereien ausprobieren will. Nameserver-Einstellungen und Handle-Verwaltung ist heute schon Standard.

Alles in allem muss ich fast schon Danke an Host Europe für das passierte Sicherheitsproblem sagen. Ich bin jetzt technisch besser aufgestellt, für kleineres Geld und habe ebenfalls eine kostenlose Hotline (lange Zeit ein Host-Europe-Alleinstellungsmerkmal).

P.S. domainFactory bietet sogar einen kostenlosen (bis zu 4-mal pro Jahr für je bis zu drei Tagen kostenfrei, darüber hinaus 4,95 Euro je Tag) Überlastungsschutz, mit dem man große Besucherspitzen (durch aktuelle Marketingaktionen oder Presseberichte) auf eigenen Projekten problemlos händeln kann.

P.P.S. Kleine Anekdote: Zwar ist es nicht die älteste Domain in meinem Pool, dennoch habe ich nach wie vor die Domain Nummer  2.143 im Vertrag, die über domainFactory registriert wurde (und noch nie bei einem anderen Provider gehostet war). Damals kostete das Hosting dafür pro Jahr 39,- D-Mark inkl. Steuer. Insgesamt hostet domainFactory heute rund 800 mal mehr Domains.

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